Das Blut der Nabelschnur enthält Stammzellen und die sind etwas ganz Besonderes: Sie sind Grundbausteine für Blut-und Immunzellen. Die Stammzellen des Nabelschnurblutes sind noch sehr flexibel und undifferenziert. Aus ihnen können deshalb verschiedene Zelltypen heranreifen. Neben Blutzellen konnten sie bisher zum Beispiel auch zu Nerven-, Leber-, Blutgefäß-, Muskel-, Knochen-, Knorpel- und Inselzellen entwickeln. Damit können verschiedene Krankheiten geheilt werden. Leukämie (Blutkrebs) wurde zum Beispiel schon erfolgreich mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt.

So können Sie Nabelschnurblut einlagern

  • Prüfen Sie zunächst, mit welchen Nabelschnurblutbanken (NSB) Ihre Entbindungsklinik zusammenarbeitet. Nicht jede Klinik bietet das grundsätzlich an (wobei die Zahl steigend ist).
  • Informieren Sie sich über die Nabelschnurblutbank, die Sie ins Auge gefasst haben. Nutzen Sie dafür das Internet oder rufen Sie beim Anbieter an, um noch offene Fragen zu klären. Der Preis ist sicher auch in Indikator, aber Sie müssen sich bei dem Anbieter auch gut aufgehoben fühlen. Die Einrichtungsgebühren liegen in der Regel bei 150 – 300 Euro + einer monatlichen oder jährlichen Einlagerungsgebühr. Insgesamt werden Sie nach 20 Jahren bei rund 1.200 – 2.500 Euro liegen.
  • Lassen Sie sich die Vertragsunterlagen zusenden. Prüfen Sie die Klauseln und Preise dabei genau. Senden Sie den Vertrag dann unterschrieben zurück.
  • Der Nabelschnurblut Anbieter sendet Ihnen nun einen Fragebogen zu, den Sie Ihrem Frauenarzt übergeben. Die Blutuntersuchungsergebnisse aus dem Mutterpass werden dort übernommen. Füllen Sie den Fragebogen vollständig aus und senden Sie ihn zum Anbieter zurück. Die Arztkosten für die Untersuchungen werden übrigens von der Nabelschnurblutbank übernommen.
  • Sofern die Befunde in Ordnung sind, erhalten Sie 6-8 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin ein Entnahmeset zugesendet. Öffnen Sie diese Box bitte nicht und packen Sie diese gleich in die Kliniktasche. So vergessen Sie die Box nicht bei der Fahrt ins Krankenhaus. Zur Entbindung geben Sie diese einfach der Hebamme oder dem Arzt.
  • Nach der Abnabelung im Kreißsaal wird das Nabelschnurblut von der Hebamme oder dem Arzt entnommen. Außerdem entnimmt man Ihnen eine zusätzliche Blutprobe.
  • Sie müssen sich nun um nichts mehr kümmern. Per Kurier wird das Nabelschnurblut + Blutprobe nun abgeholt, sodass es binnen 24 Stunden in einem Labor eintrifft. In den ersten 48 Stunden nach der Nabelschnurblutentnahme wird es getestet (z.B. auch HIV, Hepatitis B und C und auf den Zustand der Stammzellen). Dann wird es aufbereitet (Entfernen der roten und weißen Blutkörperchen, Volumenreduzierung) und bei -195 Grad Celsius eingefroren. In Studien wurde übrigens nachgewiesen, dass Nabelschnurblut-Stammzellen über 20 Jahre halten, ohne ihre Vitalität und Proliferationsfähigkeit zu verlieren. Grund dafür ist, dass die Lebensprozesse im Zellinneren bei Temperaturen unter −130 Grad Celsius vollständig zum Erliegen kommen. Theoretisch sind die Stammzellen so unbegrenzt haltbar.
  • Wenn die Testergebnisse gut aussehen und sich das Nabelschnurblut zur Einlagerung eignet, bekommen Sie von Ihrer Nabelschnurblutbank ein Zertifikat zugesendet. Sollte das Nabelschnurblut nicht verwendbar sein, so wird es direkt vernichtet. Je nach Anbieter erhalten Sie dann einen Teil oder Ihre komplette Anzahlung zurück.

Darauf sollten Sie bei der Anbieterwahl achten

  • Wie lange wird das Nabelschnurblut eingelagert? Je länger, desto besser denn mit dem Alter nehmen die Krankheiten zu.
  • Es besteht die Möglichkeit, dass sich Ihr Nabelschnurblut nicht konservieren lässt. Das trifft auf bis zu 20% der eingelieferten Proben zu. Nicht alle Anbieter erstatten die bis dahin getätigten Ausgaben. Einige Anbieter erstatten jedoch die komplette Summe oder zumindest einen Teil.
  • Besteht die Möglichkeit der Kombination aus Einlagerung und Spende? Sollte das Nabelschnurblut für einen anderen Menschen als Spende in Frage kommen, können Sie es auch spenden und erhalten dann Ihr Geld zurück.
  • Jedes Unternehmen kann einmal pleite sein. Doch was passiert dann? Einige Anbieter arbeiten mit einer „Insolvenzversicherung“
  • Rechnen Sie die Kosten genau durch und fragen Sie bei Mehrlingen oder folgenden Kindern nach Rabatten
  • Der Preis: Die Preise der Anbieter sind sehr unterschiedlich. Lassen Sie das Preisargument jedoch nur mit einfließen und fokussieren Sie sich nicht ausschließlich darauf. Ebenso bedeutet teuer nicht automatisch gut und günstig automatisch schlecht.

Welche Anbieter lagern das Nabelschnurblut ein?

Zu den wichtigsten Anbietern am Markt zählen:

Was muss ich machen, um später das Nabelschnurblut zu erhalten?

Sollten Sie bzw. Ihr Kind irgendwann das eingelagerte Nabelschnurblut benötigen, müssen Sie Ihre Nabelschnurblutbank darüber informieren, das Zertifikat vorweisen und einen Bestimmungsort mitteilen. Die NSB schickt das Nabelschnurblut dann zum Bestimmungsort.

Bis wann muss ich mich spätestens für einen Anbieter entschieden haben?

Sie sollten sich eigentlich innerhalb des zweiten Schwangerschaftstrimesters für oder gegen das Nabelschnurblut einlagern entscheiden. Einige Anbieter bieten jedoch auch noch bis zu 2 Wochen vor der Geburt Express-Dienste an. Dann wird es jedoch schon sehr knapp, da auch Blutuntersuchungen erfolgen müssen.